Überführung SY Lovver

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Überführungsfahrt der „LOVVER“ vom 01. bis 07. Juli 2016
(Lüa: 14,30 m, Breite: 4,50 m, Tiefgang: 2,20 m, Gewicht: 24 to)

Von Iffezheim ins Ijsselmeer

 

Lovver-1

Freitag, 01.07.2016
Es ist soweit, morgens um 07:30 Uhr wird unser Segelyacht bei Rheinkilometer 335 in einer Kiesgrube in der Nähe der Iffezheimer Staustufe zu Wasser gelassen. Gestern stand das Boot noch in der Halle, in der sie in über 15.000 Arbeitsstunden in den vergangenen Jahren ‚herangewachsen‘ ist.  Ein Selbstbau nach den Plänen des Konstruktionsbüros „Van de Stadt-Design“ mit dem Bausatz für den Stahlkasko der Fa. Centraalstaal aus Holland.

Das Stahlboot soll ins Ijsselmeer in die Flevo-Marina bei Lelystad überführt werden, denn dort liegt der Alu-Mast zur Montage bereit.

Für diese Jungfernfahrt haben wir Gerhard Zaloudek, einen erfahrenen Lotsen, engagiert. Gefunden haben wir ihn über die Internetseite und Vermittlung seines Sohnes Christian. Das nennt man einen „Glücksgriff“, wie sich während der gemeinsamen Zeit noch herausstellen sollte.

Das Boot wird vom Autokran ins Wasser gehievt und noch mit den „Bauchbinden“ wird der Motor gestartet. Dann erst werden die Gurte des Krans gelöst – man kann ja nie wissen …Der nächste Morgen um 05:00 Uhr: Der Transport ist mit Polizeibegleitung schon am Rhein angekommen. Gerhard fährt die ersten Manöver … alles funktioniert, das Schiff lässt sich gut manövrieren und der Rhein kann Richtung Frankreich überquert werden. Erste Anlegestelle ist der Yachthafen Beinheim. Hier verbringen wir den Samstag, damit alle Systeme an Bord vor der allerersten Reise überprüft und Manöver mit dem neuen Schiff geübt werden können. Lovver-2

Sonntag, 03.07.2016
Um 09:00 Uhr wird abgelegt und die Rheinfahrt zu Tal beginnt. Das Hochwasser kommt uns bei einem Tiefgang von 2,20 m zugute. Bei der Entscheidung das Boot anstatt per LKW auf eigenem Kiel nach Holland zu überführen, hatten wir uns zunächst Gedanken über Niedrigwasser gemacht. Die Eigner sind nervös, aber Gerhard als „alter Hase – ach quatsch, Seebär“ bringt Ruhe ins Schiff und übernimmt zuerst das Steuer.

Nachdem der Bauherr nochmals alle Ecken und Enden des Boots bei Fahrt kontrolliert hat, entspannen sich die Gesichtszüge und unter den wachsamen Augen unseres Lotsen macht nun das Steuern Spaß. Um 18:00 Uhr erreichen wir die Marina SCM Ginsheim (km 496), ein Industriehafen ohne attraktive Aussicht. Aber das ist egal, nach dem Essen an Bord lassen wir den Tag Revue passieren und dann geht’s ab in die Kojen.

Montag, 04.07.2016
Wir verlassen den Hafen früh um 06:30 Uhr und erreichen Oestrich (km 518) um 08:00 Uhr, eine halbe Stunde später Bingen. Bei aller Vorsicht genießen wir die herrliche Gebirgsstrecke ab der Nahemündung, vorbei an einer schönen Landschaft mit malerischen Orten, vielen Burgen und natürlich der Loreley bis zur Moselmündung.  Koblenz erreichen wir bereits um 12:00 Uhr und legen in der Rhein-Marina an. Ausreichend Zeit für einen Spaziergang durch die Stadt bis zum Deutschen Eck an der Moselmündung. Gerhard übernimmt nebenher noch den Job des „Reiseführers“ und es wundert uns eigentlich nicht, als er überraschend von Freunden angesprochen wird, die gerade auch in der Stadt unterwegs sind.

Dienstag, 05.07.2016
Erst um 11:15 Uhr, nach einem ausgiebigen Frühstück (auch Flussfahrten machen hungrig) und der xten Kontrolle des Bootsbauers von Motor & Co., lassen wir Koblenz hinter uns. Wir sind flott unterwegs, passieren Bonn um 14:40 Uhr und nach 16:00 Uhr nähern wir uns Köln. Der Wind hat heute zugelegt und Köln empfängt uns mit einer heftigen, aber immerhin kurzen Dusche! Im Rheinau-Hafen (km 687) machen wir um 16:25 Uhr direkt am Steg beim Hafenmeister-Häuschen fest. Bei einem Spaziergang finden wir in der Nähe des Hafens das Restaurant Rheinau und bekommen dort ein leckeres Essen.

Mittwoch, 06.07.2016
Tagesziel ist heute der Yachthafen Emmerich (Hüthumer Meer), rund 170 km sind zurückzulegen. „Wir verlassen jetzt den Kulturkreis Köln …“ meint Gerhard um 10:30 Uhr, als wir bei Leverkusen-Rheindorf (km 703) an der Wuppermündung vorbeifahren – unsereins denkt dabei an Karneval …

Beim Stadtsteiger Orsoy wollen wir für eine Kaffeepause anlegen. Dabei scheucht uns die „River Lady“ auf, die dort einige Passagiere abladen möchte. Also drehen wir noch eine Runde, machen erneut fest und werden mit reichlich Kuchen belohnt, den Gerhards Frau mitbringt. Auch sein Freund, den wir schon in Koblenz getroffen haben, ist mit dabei – ‚er will mal den Eigenbau in Augenschein nehmen‘. Nach 40 Minuten fahren wir weiter …

Die Einfahrt zum Yachthafen Emmerich ist wild-romantisch und Unsicherheit macht sich breit, ob wir nicht gerade in den Amazonas „gebeamt“ worden sind (dies könnte aber auch mit Gerhards Erzählungen zu tun haben). Die Marina ist schön und gepflegt und nach dem Essen im Clubhaus (dabei erfährt man auch den aktuellen Stand der Fußball-EM) klingt der Abend angenehm aus.

Donnerstag, 07.07.2016
Die letzte Strecke mit dem Ziel Flevo-Marina bei Lelystad im IJsselmeer liegt vor uns. Nach dem Frühstück um 08:40 Uhr verlassen wir den Yachthafen Emmerich und passieren die niederländische Grenze um 09:00 Uhr. Eine halbe Stunde später biegen wir ab in den Pannerdensch Kanaal, dann bei km 879 in die Geldersche IJssel, fahren vorbei an Doesburg, Zupthen, Deventer, Zwolle und Kampen ins Keteldiep und Ketelmeer. Um 18:00 Uhr erreichen wir das IJsselmeer, passieren Flevo Centraal und machen unser Boot um 19:30 Uhr in Flevo Marina fest.

Gemeinsam freuen wir freuen uns über die schöne Jungfernfahrt der LOVVER und planen bereits die morgige Abreise. Eigentlich sind wir ein wenig traurig, dass der Überführungstörn schon vorüber ist, aber die Erleichterung gut angekommen zu sein überwiegt.  Am nächsten Morgen um 09:00 Uhr werden wir noch unseren Mastbauer treffen und besprechen, wie und wann es weitergeht, bevor wir schon am Freitagnachmittag mit dem Zug die Heimreise antreten wollen.

Gerhard, der auf dieser Reise mehr als nur unser Lotse war, hat uns in dieser knappen Woche einen kurzen Blick auf seinen „Erfahrungsschatz“ erlaubt und uns viel Wissen, aber auch Praxis vermittelt. Jetzt kommt die spannende Aufgabe auf uns zu, die Fahr- und Segeleigenschaften unserer neuen Yacht kennen zu lernen und das werden wir mit Vergnügen umsetzen.

Juli 2016 Volker und Veronika S.

Hier der kompl. Bericht als pdf mit Fotos

Ein Zeitungsartikel über die SY Lovver

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