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Am Freitag, den 04.08.2006 war es soweit.
Bei sintflutartigen Regenfällen, die ich am Niederrhein noch nicht erlebt habe lief unser Keller voll. An der Messstelle Annaberg in Rheinberg wurden über 60 Liter pro m² gemessen. Unglaublich!
Um 21:20 Uhr haben wir noch gemütlich im Wohnzimmer gesessen und uns auf eine ruhiges Wochenende gefreut. Um ca. 21:30 Uhr ging die Sirene der Freiwilligen Feuerwehr los und wir “frötzelten” noch nach dem Motto: “Jetzt sind wohl die ersten Keller vollgelaufen und die Feuerwehr muss raus.” Fünf Minuten später flog die Sicherung raus uns wir sassen im Dunkeln.
Wir gingen davon aus, dass es sich um einen Schaden im Umspannwerk o.ä. handelt. Nachdem ich dann aber beim Nachbarn Licht gesehen habe, war klar WIR haben ein elektrisches Problem. Mit einer Taschenlampe bewaffnet ging ich dann in den Keller. WASSER !!!!!! Überall Wasser! Die tieferliegende Waschküche war vollgelaufen und die dort stehende Gefriertruhe war Verursacher des Kurzschlusses. Aber das Wasser stieg weiter und erreichte so auch die anderen Kellerräume. Alle 5 Räume standen dann unter Wasser.
Heikel war die Situation im wiederum tieferliegenden Heizungskeller. Hier ging es darum die neue Heizungsanlage zu sichern, was durch einen ca. 1,5 stündigen Einsatz auch gelang.
Unser Nachbar Ralf, Anke, ich und meine Eltern verbrachten mehr oder weniger die gesamte Nacht mit dem Leerpumpen der Kellerräume mittels einer privaten Pumpe, denn die Feuerwehr war stark überlastet und nicht in der Lage Hilfe zu schicken.
So ging das bis 03:30 Uhr. Am nächsten Morgen, also Samstag Schadenaufnahme und trockenwischen der einzelnen Kellerräume, Versicherung informieren, Sanitärfirma informieren.
Um die Kellerräume trocken zu wischen, mussten natürlich erst mal alle Kartons, Regale, Gegenstände, Sofa, Sessel, Tische... entfernt werden. Was für eine Arbeit. Noch schlimmer war die Erkenntnis, dass der Mensch doch noch was vom Jäger und Sammler hat. Wir sind wohl eher die Sammler. Was man so alles über die Jahre im Keller gesammelt hat!!!
Einzig positiver Effekt: Wir kriegen den Keller mal aufgeräumt und konnten uns von zwei Anhängerladungen Gerümpel trennen. Jetzt ist wieder Platz im Keller!
So ging das ganze bis Montag 18 Uhr.
Ergebnis: Die Rohrleitung (Abwasser) im Keller hat vor dem Rückschlagventil den Wasserdruck nicht ausgehalten und ist geplatzt. Wir hatten noch Glück im Unglück, denn als der Starkregen nachliess und die Kanalisation die Wassermassen wieder aufnehmen konnte, stieg das Wasser nicht mehr. Im Mittel stand das Wasser 25 cm hoch. In anderen Haushalten liefen die Keller z.T. ganz voll.
Spekulation: Sind die städtischen Rohrleitungen überlastet gewesen? Ja klar, denn auf der Hauptstrasse stand das Wasser, die Kanalisation schluckte nichts mehr. Zu viele Häuser gebaut? Einige Stimmen sind so zu hören, die Stadt hat immer mehr Neubaugebiete zugelassen, kassiert Steuern und Abgaben, aber investiert kein Geld in entsprechend grössere, modernere Kanalanlagen. Mal sehen wie das wohl ausgeht. Einige Stadtteile von Rheinberg, die tiefer liegen sind komplett “abgesoffen” weil Pumpen der Lineg versagten. Die Pumpen wurden instaliert, um das Grundwasser niedrig zu halten, denn einige Stadtteile sacken durch den Bergbau um mehrere Meter ab. So gesehen ist der Bergbau Verursacher, nach dem Verursacherprinzig müsste also die RAG haften. Oder? Aber so wie ich unseren Rechtsstaat kenne wird das wohl nichts und der kleine Bürger, der keine “Elementarschaden-Versicherung” hat, bleibt auf dem Schaden sitzen. Wir haben zum Glück eine solche Versicherung!
Kann sowas nochmal passieren??? Ich sag mal JA. Kein gutes Gefühl, aber wohl die einzig richtige Einschätzung. Bei manchen Haushalten, lief das Wasser über den Vorgarten und durch die Haustür in den Keller. In Krefeld waren einige Hauptstrassen einen halben Meter überspült. Bilder, die man nicht mehr vergisst.
Danksagung: Unser Dank gilt den unermüdlich helfenden Händen von unserem Nachbarn Ralf, von meinen und Ankes Eltern. Aber auch die Firma Walsumer Sanitär und Heizungstechnik Meyer hat einen topp Job geleistet. Samstag “ratz fatz” rausgekommen und unmittelbar mit der Reparatur der Rohrleitung begonnen.
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